Unterwegs mit der Straßenbahn

Allgemein

Faszination Mantrailing

Ich bin deshalb so fasziniert vom Hundesport Mantrailing, weil die Aufgaben so vielfältig sind, auf jedes Mensch-Hunde-Team individuell je nach Leistungsniveau angepasst werden können und niemals ein Trail einem anderen gleicht. Dieses Mal fuhr die Versteckperson mit der Straßenbahn auf und davon.

Und das war für die Hunde zu bewältigen

Zunächst fing die Übung an wie immer: Üblicher Start und Spur suchen. Dieses Mal jedoch endete die Spur mitten auf einem Platz und die Versteckperson war nicht vor Ort.

Wir waren alle sehr gespannt, wie die Hunde das Ende der Spur „anzeigen“. Zu meiner Freude sind alle Hunde auf dem Platz der Straßenbahn-Haltestelle geblieben.

Die Versteckperson hat genau an der Haltestelle ca. 10 Minuten auf die nächste Straßenbahn gewartet. Hier war also ein kleiner Geruchpool – aber keine Versteckperson. Die Hündin im Bild ist mit großem Elan auf die beiden sitzenden Personen zugelaufen – um dann festzustellen, dass es sich nicht um die gesuchte Person handelte. Sie bewegte sich dann nur noch zwei Meter und blieb stehen. Dies wurde gelobt und belohnt.

Die Beagle-Hündin suchte etwas vermehrt den Platz ab. Wir gaben ihr dazu die Gelegenheit, bis sie merkte, dass die Spur abgerissen ist. Auch das wurde gelobt und belohnt – sogar mit einer allerersten Fahrt in der Straßenbahn überhaupt.

Mit Amigo habe ich die Aufgabe ebenfalls gearbeitet. Er zeigt mir ein Negativ – bzw. hier den Spurabriss – durch lautes Bellen und seinen speziellen Unmut an, weil er die Aufgabe bewältigen möchte an dieser Stelle aber nicht weiterkommt.

Das ist echte Teamarbeit

Dies ist ein tolles Beispiel, was Teamarbeit im Mantrailing bedeutet. Der Hund kommt – aus welchem Grund auch immer – nicht mehr weiter und der Mensch erkennt es an seinem Verhalten. Nun muss der Mensch die Lage beurteilen:

Welche Situation könnte aufgetreten sein?

In diesem Fall offensichtlich eine Straßenbahnhaltestelle, in welche die gesuchte Person eingestiegen sein könnte. Das Team könnte ebenso vor einem Gebäude stehen und es bliebe zu beurteilen, ob man im Gebäude weitersuchen soll. Endet die Spur an einer Straße, könnte die VP auch in ein Auto eingestiegen sein. Oder aber das Team ist an einer falschen Stelle abgebogen und hat die Spur verloren.

Was können wir versuchen?

In unserem Fall: Die nächste Straßenbahn abwarten, mitfahren und den nächsten Halt überprüfen. Bei einer Negativ-Anzeige weitere Haltestellen absuchen, mit etwas Glück ist die VP ausgestiegen und die Spur kann weiter verfolgt werden.
Ansonsten muss gründlich nachgesehen werden, ob es nicht doch an dieser Stelle irgendwo weitergehen könnte. Vielleicht stehen wir vor einem Zaun, der überklettert wurde. Oder wir prüfen, welche Abgänge es von diesem Platz gibt und überlegen die Möglichkeiten, die sich zum Weitersuchen lohnen.
Ganz klassisch können wir mit unserem Hund zurück an die Stelle gehen, an der wir als Hundeführer noch sicher waren, dass wir auf der richtigen Spur sind. Wenn wir wieder auf dem Platz enden, dann können wir zumindest folgern, dass der Platz die Lösung birgt.

Das ist echtes Teamwork: Der Mensch entscheidet, wie es weitergeht, da nur er die Lage vor Ort beurteilen kann, zu welchem ihm sein Hund geführt hat. Diese Zusammenarbeit ist einfach sensationell – für beide.

Wir sind natürlich an der richtigen Haltestelle ausgestiegen. Die Hunde erhielten das Kommando „such weiter“. Auch das muss gelernt werden, dass es nach einer Unterbrechung weitergehen kann. Bei den Hunden die das zum ersten Mal erlebten, musste beim „zweiten Start“ mehrmals verbal ermuntert werden, dass die Spurensuche weitergeht. Eine erneute Geruchsaufnahme ist hingegen nicht nötig. Amigo kennt das und hat direkt losgelegt, als wir aus der Straßenbahn ausgestiegen sind.

Die jeweiligen Versteckpersonen durften bequem im Auto warten, denn für diesen Trail waren wir doch etwas länger unterwegs. Es hat total viel Spaß gemacht und ich freue mich schon, wenn wir diese Aufgabe wiederholen. Auch ich war sichtlich zufrieden, als Amigo sein Herrchen gefunden hatte.

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